Einsatzadresse: Fischamend

Abschrift aus der Rundschau für Schwechat Bruck und Hainburg

Fischamend: Fabrik in Flammen
Millionenschaden – 12 Freiwillige Feuerwehren im Einsatz – Mehr als 150 Helfer –
Produktion schwer gestört – Arbeiter helfen beim Aufbau

Zu einem der größten Schadenfeuer der letzten Jahrzehnte kam es am 21.April in der Metallwarenfabrik Schütz und Patry KG in der Fischamender Gregerstraße. Um 16 Uhr 20 gab es den ersten Alarm für die heimischen Feuerwehren. Kurz darauf jedoch, das Feuer hatte beängstigende Ausmaße angenommen, wurde Großalarm gegeben. Schließlich waren 150 Feuerwehrmänner im Einsatz: zwölf Freiwillige Feuerwehren waren abgestellt, und zwar Fischamend Ost und –West, Stadtfeuerwehr und Brauhaus Schwechat, Rannersdorf, Zwölfaxing, Kledering, Kleinneusiedl, Enzersdorf an der Fischa, Rauchenwarth, Maria Ellend und die ÖMV. Hauptverantwortlich für die Löscharbeiten war Johann Berthold, Hauptmann der Freiwilligen Feuerwehr Ost. Auch der neue Abschnittskommandant des Bezirkes Schwechat Ingenieur Perdich, war am Katastrophenort erschienen. Erst gegen 18 Uhr konnte das Feuer halbwegs unter Kontrolle gebracht werden. Gegen 19 Uhr kehrten die Auswärtigen zu ihren Stationen zurück.
18 Mann der Fischamender Feuerwehren hielten bis zu den Morgenstunden Brandwache. Immer wieder mußten Glutnester gelöscht werden.
Eine Verkettung von unseligen Zufällen dürfte zu dieser Katastrophe geführt haben.
Nur noch wenige Leute waren am Freitagnachmittag in der Spätschicht der Glänzerei der Besteckfabrick beschäftigt. Dabei dürfte es an einer Maschine zur Überhitzung eines Lagers gekommen sein, was vorerst zu einer Entzündung führte.


In ihren ersten Schrecken versuchten die Arbeiter das aufflammende Feuer mit etlichen Kübeln Wasser unter Kontrolle zu bringen und dachten nicht an die Schaumlöscher. Bevor Panik ausbrach, lief eine Arbeiterin zu einem Bekannten, der etwa 300m vom Brandplatz entfernt war, sie hatte dort die Möglichkeit zu Telefonieren und alarmierte die Feuerwehr.
In der Zwischenzeit war wertvolle Zeit verlorengegangen und als die ersten Feuerwehrmänner kaum 5 Minuten nach dem Anruf eintrafen, hinderte sie eine äußerst starke Rauchentwicklung am wirksamen Eingreifen. In den nächsten anderthalb Stunden Einsatz, schwere Atemschutzgeräte mussten verwendet werden, konnte mit knapper Not ein Übergreifen des Brandes auf andere Objekte des Betriebes verhindert werden.
Bei den Löscharbeiten erlitt der junge Malergeselle Rudolf Cejka, Angehöriger der FF Ost, eine Rausgasvergiftung. Doktor Krepp leistete erste Hilfe, bald darauf stürzte sich der junge Mann wieder in die Arbeit.

Völlig aussichtslos wäre der Kampf gegen die Flamme gewesen – so erklärte zumindest ein hoher Beamter – wenn nicht die drei Mann der ÖMV Feuerwehr unter der Leitung von Emmerich Bertalan um genau 17 Uhr 28 gekommen wären und dabei den großen Schaumlöscher zur Anwendung brachten.
Gegen 19 Uhr erschien vom Bundesministerium für inneres Dr. Strohal und der Technische Inspektor Badak von der kriminaltechnischen Abteilung zur Brandermittlung.
Wie uns von Seiten der Firma zur Kenntnis gebracht wurde, dürfte der Sachschaden fünf Millionen Schilling überschreiten, da neben der Halle auch wertvolle Maschinen von den Flammen vernichtet wurden. Außerdem wird für mindestens vier Wochen die Produktion kaum voll aufgenommen werden können.
Für die 130 Beschäftigten dürften es harte Wochen werden, da sie zum Großteil schwer an der Wiederherstellung des Werkes mitarbeiten werden. Besonders hart dürfte für sie der beträchtliche Lohnausfall sein, vielleicht könnte mit der Firmenleitung eine Regelung getroffen werden.

Das Werk selbst ist bei der Wiener Allianz versichert, der Schaden des Unternehmens dürfte damit gedeckt sein.
Wie wir von Seiten der Feuerwehr gehört haben, haben viele Mitarbeiter der Firma Schütz und Patry KG noch während der Katastrophe freiwillig geholfen

Fotos: Schebelik,  Abschrift aus der Rundschau: –sta-

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